Gregor Hübner hat in der Carnegie Hall in New York gespielt, in der Berliner Philharmonie und beim Montreux Jazz Festival. Am Samstag steht er in der Gemeindehalle Dürrenmettstetten auf der
Bühne. Für ihn passt das zusammen. „Ich komme selbst aus einem Dorf“, sagt er. „Und ich spiele gern auf jeder Bühne.“
Hübner ist Violinist, Pianist und Komponist. Seine Stücke reifen oft lange in seinem Kopf, bevor er sie niederschreibt. Stilrichtungen interessieren ihn wenig, Qualität umso mehr. „Es gibt nur gute und schlechte Musik“, sagt er. „Für mich zählen die Freiheit der Improvisation, die Energie und die Emotion. Wie man das stilistisch nennt, sollen andere entscheiden.“ Auf der Bühne bedeutet das: loslassen, sich öffnen. „Ich suche das Risiko, um im Moment etwas Neues zu schaffen.“
Auf das Zusammenspiel mit Foaie Verde freut er sich besonders. „Diese Musik ist hoch virtuos und zugleich melancholisch“, betont Hübner. Sie erinnert ihn an die Feste seiner Kindheit, bei denen
ähnliche Klänge erklangen.
Eine besondere Verbindung stiftet an diesem Abend Veit Hübner, der langjährige Bassist von Foaie Verde und Bruder des Violonisten. Die beiden
musizieren seit ihrer Kindheit zusammen. „Mit ihm zu spielen, ist wie gemeinsam zu atmen“, betont Gregor.
Der Musiker hat viel erreicht: eine Grammy-Nominierung, den Grand Prize der New World Composers Competition der New Yorker Philharmoniker 2017. Das
Magazin „All About Jazz“ nennt ihn einen „Virtuosen mit breit gefächerter Erfahrung“. Das „Wall Street Journal“ beschreibt sein Album „El Violin Latino“ als „abwechselnd sinnlich und verschmitzt,
leidenschaftlich und träumerisch“. Das Album stecke voller überraschender Arrangements, seine eigenen Kompositionen führten weit verstreute Traditionen der Violinmusik zusammen.
Hübner pendelt zwischen München und New York. München bedeutet für ihn Rückzug und konzentriertes Arbeiten, New York ist „Energie und Inspiration
pur“. Beide Städte prägen seine Musik – ebenso wie seine Tätigkeit als Professor in München. Dort hilft er Studierenden, ihre eigene musikalische Sprache zu finden. „Den Geschmack müssen sie aber
selbst entwickeln.“
Was ihn antreibt, fasst er so zusammen: „Ich mache das für den Moment, wenn die Energie der Bühne auf die des Publikums trifft.“ Am Samstag, 18.
April, bietet sich genau diese Chance. Foaie Verde eröffnet die neue Konzertreihe der KIM unter dem Motto „Die Welt zu Gast in Mettstett“ – mit einem Künstler, der große Bühnen kennt und sich auf
den Abend in Dürrenmettstetten freut.
Samstag, 18. April, 20:00 Uhr, Gemeindehalle Dürrenmettstetten, Einlass: 19:00 Uhr.
Foaie Verde und Gregor Hübner
Veranstalter: KIM Kultur-Initiative Mettstett, eine Initiative der örtlichen Natur- und Wanderfreunde.
Das Konzert wird unterstützt von „Aller.Land. kultur.verbindet“ und der Stiftung Kulturlabor. Eintritt frei – Spenden erwünscht.
„Freiheit“,
sagt Katalin Horvath, „bedeutet für mich, Musik zu machen. Zu singen, was mir gefällt. In Sprachen, die mich bewegen. Mit dem Publikum und den Kollegen in eine eigene Welt einzutauchen und mich
unzensiert den eigenen Gefühlen hinzugeben.“ Sie sagt es nicht nur – sie lebt es: mitreißend auf der Bühne. Und im Alltag.
Am Samstag, 18. April, tritt sie auf Einladung der Kultur-Initiative Mettstett KIM mit ihrer Band Foaie Verde in Dürrenmettstetten auf. Wer sie erlebt, spürt schnell: Hier steht eine Sängerin,
die ihren Weg kennt.
Geboren 1971 in Karl-Marx-Stadt, wuchs sie zwischen zwei Welten auf. Der Vater Ungar, die Mutter Chemnitzerin. In Ungarn sang sie mit der Großmutter Volks- und Roma-Lieder, in der DDR prägte sie
eine intensive musikalische Ausbildung im renommierten Jugendchor. Sie probte mehrmals pro Woche, lernte klassische Gesangstechnik und tourte durch Osteuropa.
Bühne statt Klassenzimmer
Mit 15 setzte Katalin Horvath ein Zeichen und trat aus Protest gegen das SED-Regime in die katholische Kirche ein. 1989 ging sie in Chemnitz auf die Straße. Freiheit hatte für sie früh eine
existenzielle Bedeutung. Nach der Wende führte ihr Weg nach Baden-Württemberg. Ausbildung, Abitur, Studium in Tübingen. Lehrerin hätte sie werden können. Doch die Bühne zog stärker.
Ein entscheidender Impuls kam durch den Gitarristen Frank Wekenmann. Mit ihm entdeckte sie den Gipsy Swing und den Mut, ihre ungarischen Wurzeln ins Zentrum zu stellen. In Budapest studierte sie
traditionelle osteuropäische Gesangstechniken, arbeitete an Verzierungen und Klangfarben. Die klassisch geschulte Sopranistin lernte neu zu singen: direkter, näher am Wort, näher am Gefühl.
Rumänisch wurde zur Herausforderung, Serbisch zur Leidenschaft, Ungarisch bleibt ihr innerer Resonanzraum.
Volkslied trifft Improvisation
Foaie Verde vereint Musiker aus unterschiedlichen Ländern und Stilrichtungen: den Geiger Felix Borel, den serbischen Akkordeonist Jordan Djevic, den Bassist Veit Hübner und Frank Wekenmann an der
Gitarre. Traditionelle Lieder aus Ungarn, Rumänien, Serbien und der Roma-Kultur treffen auf eigene Kompositionen. Die Arrangements sind durchdacht – und lassen Raum für Improvisation.
Ein besonderer Gast
Beim Konzert in Dürrenmettstetten steht auch Gregor Hübner mit auf der Bühne. Der Grammy-nominierte Komponist und Geiger, Professor für Komposition in München und New York, bringt eine Handschrift ein, die Jazz, Klassik und Neue Musik verbindet. Mit ihm wird der Abend offener, freier, überraschender.
Was erwartet das Publikum?
Katalin Horvath singt in 14 Sprachen – und versteht jeden Text, den sie vorträgt. „Ohne Verständnis würde ich ein Lied nicht singen“, sagt sie. Jede Sprache verändert den Klang, die Farbe, die Haltung. Mal melancholisch und dunkel, mal tanzend und überschäumend. Dazwischen liegt nur Intensität.
Was erwartet das Publikum? Ein Konzert, das Nähe zulässt. Temperament und Ballade, Rhythmus und Stille. Und diese Momente, in denen man spürt, dass ein ganzer Saal gemeinsam atmet. Genau dann ist sie „ganz bei sich“, sagt Katalin Horvath. Und genau dann wird aus Musik das, was sie meint, wenn sie von Freiheit spricht.
Foaie Verde mit Katalin Horvath
Samstag, 18. April 2026, 20:00 Uhr , Einlass: 19:00 Uhr
Dürrenmettstetten, Gemeindehalle
Veranstalter: KIM Kultur-Initiative Mettstett, eine Initiative der Natur- und Wanderfreunde.
Eintritt frei - Spenden erwünscht.
Das Konzert wird von „Aller.Land. Kultur verbindet“ und der Stiftung Kulturlabor unterstützt.